Das Wintersemester 2025/2026 stand für Prof. Dr. Melanie Siegel ganz im Zeichen der internationalen Kooperation, der Bekämpfung von Hassrede im Netz und der Erforschung der Auswirkungen generativer KI auf die Gesellschaft und Lehre.
Internationale Keynotes und neue Forschungsprojekte in Asien
Eine Vortragsreise führte Prof. Siegel zunächst nach Seoul, Südkorea, wo sie an der Sung Kyun Kwan University eine Keynote zum Thema „Sprachtechnologie in Zeiten generativer KI“ hielt. Im Anschluss reiste sie nach Fukuoka, Japan, um als geladene Sprecherin auf der „9th International Conference on Natural Language Processing and Information Retrieval (NLPIR)“ über die automatische Klassifizierung von Hasskommentaren zu referieren.
Diese Reise markierte zudem den Beginn einer vertieften akademischen Zusammenarbeit: Gemeinsam mit Prof. Dr. Tsunenori Mine von der Fukuoka University wurde das Projekt „GINKI-Learn“ initiiert. Der im Januar 2026 bei der DFG eingereichte Projektantrag untersucht innovative, interkulturelle Ansätze für eine gelingende Informatik-Lehre im Zeitalter generativer KI.
Engagement gegen Harmful Content und Desinformation
Auch im Bereich der Shared Tasks war Prof. Siegel hochgradig aktiv. Sie wirkte federführend an der Organisation der „GermEval 2025 Shared Task on Harmful Content Detection“ mit, bei der über 11.500 deutschsprachige Tweets annotiert wurden, um Lösungen gegen Gewaltaufrufe und Angriffe auf die demokratische Grundordnung zu entwickeln. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden bereits im Konferenzband der KONVENS 2025 veröffentlicht.
Zusätzlich beteiligte sie sich an der Organisation der „CLEF-2025 CheckThat! Lab Task 1“, die sich der Unterscheidung von subjektiven Aussagen und Fakten in Nachrichtenartikeln widmete. Ihre Expertise brachte sie zudem im Rahmen des „Tag der Forschung“ an der h_da ein, wo sie über das Projekt BoTox berichtete.
Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Neben ihrer eigenen Forschung widmete sich Prof. Siegel intensiv der Betreuung von aktuell zwölf Doktorandinnen und Doktoranden. Die Themengebiete reichen dabei von „Leichter Sprache“ über „Visual Analytics für Corporate Foresight“ bis hin zur „KI-basierten Gefahrenerkennung in Mondoberflächenbildern“. Ihre Tätigkeit als Gutachterin für die DFG, für internationale Konferenzen wie die LREC 2026 sowie ihre Gremienarbeit im Promotionszentrum PZAI runden ein produktives Forschungssemester ab, das wichtige Impulse für die Zukunft der Sprachtechnologie und der akademischen Bildung gesetzt hat.