Forschung am dkmi

Forschungsinteresse

Global vernetzte westliche Gesellschaften sehen sich in den vergangenen Jahrzehnten mit extremen Herausforderungen konfrontiert. Zu diesen zählen kriegerische Konflikte, sozio-ökonomische Krisen sowie spürbare Auswirkungen des Klimawandels. Sie müssen sich in einer Vielzahl zentraler Bereiche gleichzeitig verändern. Wenn diese grundlegenden Veränderungen erfolgreich sein sollen, sind sie in liberalen Demokratien auf funktionierende gesellschaftliche Aushandlungen angewiesen, die zu großem Teil auf medial vermittelter Kommunikation beruhen – stets verbunden mit der Bürde, weder subjektiv noch als Gesellschaft in Lähmung oder Fatalismus zu verfallen.

Vor diesem Hintergrund spielen Medien und ihre Gebrauchsformen für gesellschaftliche Transformationen eine zentrale Rolle: In unserer mediatisierten Gesellschaft konsumieren immer mehr Menschen auf der Welt in sich ausdehnenden Zeitfenstern vielfältige Medienangebote. Zugleich nutzen immer mehr Menschen, Gruppen und Organisationen Medien für ihre kommunikative Teilhabe. Als Privatpersonen und als Shareholder von Organisationen aller Größe und Art stärken sie demokratische Strukturen, indem sie zur individuellen Aufklärung, Persönlichkeits- und Meinungsbildung beitragen, sich an einer konstruktiven Öffentlichkeit beteiligen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.

Die Mitglieder des dkmi erforschen also die Rolle von Medien, Medienangeboten und Kommunikation für transformative Gesellschaftsprozesse. Die grundlegende Voraussetzung – so unsere Kernthese – besteht darin, von dem sozial verfassten Individuum in seinen menschlichen Belangen auszugehen und der kulturellen Dimension besondere Beachtung zu schenken.

Themen

Im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses stehen Medienangebote, medial erzeugte Artefakte, medial vermittelte Kommunikation sowie Medien – im Sinne von Technologien und Anwendungen – selbst.

Unsere Mitglieder untersuchen die Breite medialer Innovation und digitaler Kommunikation von 3D- Audio bis Virtuelle Realität, von transmedialem Storytelling zu digitalem Journalismus, von PR zu Nachhaltigkeitskommunikation, von Wissensmanagement zu Sprachtechnologie und von Organisationsentwicklung über Krisenkommunikation bis Medienkompetenz und individueller Resilienz.

Ein Überblick der aktuellen Forschungsvorhaben ist unter Projekte aufgeführt.

Ausgehend von einem geteilten Verständnis der kulturellen Prägung (medialer) Interaktion und Kommunikation, die sowohl Verhaltensweisen als auch Normen und Werte grundlegend formt, sind unsere Forschungsprojekte auf alle drei gesellschaftlichen Analyseebenen ausgerichtet. Auf der Makroebene gilt das Forschungsinteresse diskursiven Systemen in Journalismus und Zivilgesellschaft wie auch der sich weiter entwickelnden Medienkultur allgemein. Auf der Mesoebene liegt der Fokus vor allem auf Medieninnovationen und kommunikativen Praktiken innerhalb und zwischen Organisationen wie (staatlichen) Organisationen und Akteuren der Zivilgesellschaft. Auf der Mikroebene werden u.a. die Themen Web und Media Literacy, Lebenslanges Lernen und Usability erforscht.

Wir verstehen uns als Sparringspartner für gesellschaftliche und wirtschaftliche Akteu­rinnen und Akteure, indem wir Transformations­prozesse entwickeln und begleiten – das schließt Wissenstransfer und die Vermittlung digitaler Schlüsselkompetenzen ein.

Auswahl aktueller Veröffentlichungen

  • Meissner, Florian, Corina Buzoianu, und Øyvind Ihlen. (2026) „Closing the gap: Bridging research and practice to implement best practices in disaster warning communication“. Crisis and Risk Communication, 1–16. https://doi.org/10.1080/29986907.2026.2624824.
  • Helferich PS, Heidbrink H, Pleil T, Rademacher L (2026;), "Transformative learning and life competencies and their application for the education of communication professionals". Journal of Communication Management, Vol. ahead-of-print No. ahead-of-print. https://doi.org/10.1108/JCOM-12-2024-0268
  • Bigos, M., Aufenanger, J. (2026 i.E.).Digitale Transformation in der Lehrer:innenbildung: Bildungstechnologien lehren. In Brüggemann, T., Tuchscherer, M. & Wiepcke, C. (Hrsg.). The Age of EdTech. Bildungstechnologie im Spannungsfeld zwischen Innovation und Qualität. Wiesbaden: SpringerNature.
  • Kokoschka, Vanessa, ‘Klimajournalismus auf Social Media. Ein plattformübergreifender Vergleich klimajournalistischer Formate für junge Zielgruppen Auf Instagram, TikTok und YouTube’, in Nachhaltigkeit in Der Medienkommunikation. Ethische Anforderungen und Praktische Lösungsansätze (2025), pp. 215–31
  • Heidbrink, Henriette, Christian Bernhadt (2025). DIY-Transformation in öffentlich-rechtlichen Medien. Wie eine Graswurzelbewegung Innovationen der Formatentwicklung in der ARD etabliert. In Alles rational? Der menschliche Faktor in Medienorganisationen: Proceedings zur Jahrestagung der Fachgruppe Medienökonomie der DGPuK 2024 in Mainz. DOI: https://www.ssoar.info/ssoar/handle/document/101888
  • Pleil, Thomas, Lars Rademacher, and Pia Sue Helferich, ‘Die Verantwortung der strategischen Kommunikation in der sozial-ökologischen Transformation: Ein normatives Modell’, in Nachhaltigkeit in Der Medienkommunikation (2025), pp. 35–53, doi:10.5771/9783748940616-35
  • Breitsameter, S. (2025), „Reconfigurating the Apparatus. Radio Art in the United States, Canada, Australia, the United Kingdom, and Ireland“. In Listen Up! Radio Art in the USA, herausgegeben von Anne Thurman-Jajes und Regine Beyer. Transcript Verla, 175-210. 

Forschungsgruppen

Zusätzlich zu individuellen Kooperationen zwischen Mitgliedern gibt es vier selbstorganisierte Arbeitsgruppen im dkmi. Bei Interesse können Sie sich direkt an die Mitglieder wenden. 

Nachhaltigkeitskommunikation

Mitglieder: Pleil, Rademacher, Kokoschka, Helferich, Materzok, Vlasic, Eicher

Gesellschaftliche Resilienz und Neugier

Mitglieder: Stork, Helferich, Heidbrink, Edel, Altmann

Sicherheit und Kommunikation im öffentlichen Raum

Mitglieder: Helferich, Meißner, Pleil

Medienästhetik und -vermittlung

Mitglieder: Breitsameter, Bihr, Schüller

Forschungsumgebung

Das fz dkmi ist Teil der Forschungslandschaft an der Hochschule Darmstadt (h_da). Es ist als eines von insgesamt vier Forschungszentren dem Servicezentrum Forschung und Transfer zugeordnet. Die weiteren Forschungszentren arbeiten zu Material- und Prozesstechnikangewandter Informatik und nachhaltigen Prozessen und Verfahren

Das dkmi wirkt am Forschungsschwerpunkt "Kommunikation, Medien und gesellschaftlicher Wandel" mit. Es kooperiert eng mit dem Institut für Medien und Kommunikation des Fachbereichs Media, der Graduiertenschule der h_da sowie dem Servicezentrum Forschung und Transfer

Forschungskoordination
Klara-Maeve O‘Reilly

Kommunikation Büro: F01, 1.202

+49.6151.533-61120
geschaeftsstelle.fzdkmi@h-da.de
Details zur Person