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WebTalk: Anpassungsfähigkeit und Flexibilität in komplexen Situationen

Am 24. Juli fand die zweite Auflage unseres Formats „DA_RuN WebTalk“ statt. Maximilian Grund aus dem h-da-Projektteam startete mit einem Impuls, bevor wir in kleiner Runde seine Stichworte diskutierten. In seiner Einleitung ordnete Maximilian Grund zuerst das Thema des WebTaks ein. 

In einer Welt, die durch Digitalisierung, Globalisierung und rasante technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz geprägt ist, steht eines fest: Die Komplexität nimmt in fast allen Bereichen unseres Lebens zu. Doch wie reagieren Organisationen und Menschen auf diese zunehmende Komplexität und welche Strategien können sie entwickeln, um in komplexen Situationen erfolgreich zu agieren?

In der heutigen „VUKA-Welt” (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität), in der Veränderungen die Norm sind, stoßen traditionelle Ansätze, Handlungsroutinen und Denkmuster an ihre Grenzen. Lineares Denken, bei dem jede Aktion klar zu einer vorhersehbaren Reaktion führt, reicht nicht mehr aus. 

Das Cynefin-Framework (Wikipedia) bietet ein erstes Modell für den Umgang mit Komplexität. Es  unterscheidet zwischen einfachen, komplizierten, komplexen und chaotischen Kontexten:

  • Einfache Situationen: Ursache und Wirkung sind klar erkennbar. Bewährte Verfahren funktionieren hier gut.
  • Komplizierte Situationen: Expertenwissen ist gefragt, um maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln.
  • Komplexe Situationen: Ursache und Wirkung sind nur im Nachhinein erkennbar, und Organisationen müssen sich durch Experimente und schnelle Lernprozesse anpassen.
  • Chaotische Situationen: Hier gibt es keine klaren Muster. Handeln ist der erste Schritt, gefolgt von Erkennen und Reagieren.

Organisationen, die in hochkomplexen und riskanten Umgebungen tätig sind, wie zum Beispiel Luftfahrtunternehmen oder Krankenhäuser, bieten, so Maximilian Grund,  wertvolle Einblicke in den Umgang mit Unvorhersehbarkeit und Komplexität. Diese als „High Reliability Organisationen“ (HRO) bezeichneten Organisationen zeichnen sich durch eine hohe Anpassungsfähigkeit und Robustheit aus. 

Aus der Forschung zu HROs lassen sich vier wesentliche Strategien ableiten:

  1. Komplexität im Team begegnen: Komplexität lässt sich besser im Team bewältigen. Durch kollektive Wahrnehmung und Intuition können Teams flexibler auf unerwartete Situationen reagieren.
  2. Erfahrungen hinterfragen: Erfahrungen sind nicht immer ein verlässlicher Ratgeber für die Zukunft. Besonders in komplexen Situationen können neue, unvorhergesehene Herausforderungen auftauchen, die durch Erfahrungen allein nicht zu bewältigen sind. Hier ist es wichtig, offen für neue Ansätze zu sein, innovative Lösungen auszuprobieren und negierig zu bleiben.
  3. Fehler als Lernquelle nutzen: In „High Reliability Organisationen“ wird eine positive Fehlerkultur gepflegt. Fehler werden analysiert und reflektiert, um daraus zu lernen und die Organisation weiterzuentwickeln.
  4. Flexible Strukturen schaffen: Hybride Organisationsformen, die sowohl stabile als auch agile Strukturen umfassen, sind besonders gut geeignet, mit der Komplexität unserer Zeit umzugehen. Diese Organisationsformen ermöglichen es, sowohl Effizienz als auch Innovation zu fördern und bieten so eine optimale Grundlage für langfristigen Erfolg.

Die Teilnehmer:innen am WebTalk nahmen den Impuls dankbar auf und starteten unmittelbar in die Diskussion: Wie lassen sich diese Erfahrungen aus HRO auf die Unternehmen und Organisationen unseres Förderprojekts nutzen? Wie können sich Führungskräfte und Mitarbeitende auf diese zunehmende Komplexität einstellen? 

Wer mehr zum Thema lesen möchte, sei auf das Buchkapitel „Die Kunst der Anpassung: Flexibilität in komplexen Situationen“ von Werner Stork und Maximilian Grund verwiesen, das in dem Buch „Ausbildung und Training in komplexen Situationen“ (2024)  veröffentlicht wurde. 
 

Zentrumssprecher

Thomas Pleil

Kommunikation Max-Planck-Straße 2
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Büro: F01, 119

+49.6151.533-69272
thomas.pleil@h-da.de

Geschäftsführerin

Rita Vas-Deuschel

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rita.vas-deuschel@h-da.de